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Es existieren wenig Ansätze und Kampagnen, die Freier als Kunden und als eine Zielgruppe ansprechen. Viele Maßnahmen im Rahmen der Prostitution bewegen sich im Bereich der Beratung und Hilfsangebote für Prostituierte, des Opferschutzes und der Strafverfolgung. Männer werden im Zusammenhang mit Prostitution meistens nur als Täter wahrgenommen - vor allem dann, wenn es um Gewalt an weiblichen Prostituierten oder um von Menschenhandel betroffene Frauen geht.

Selbst mit der Veränderung sexueller Normen und sexuellen Verhaltens verändert sich der gesellschaftliche Blick auf die Prostituierte nur langsam, vom so genannten Zuhälter oder Kunden bisher ganz zu schweigen. Der Blick auf die Freier hat sich in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert. Das offene Gespräch darüber und mit Kunden von Prostituierten ist nach wie vor kaum möglich. Es ist zwar irgendwie bekannt, dass die Mehrzahl der Männer mindestens einmal in ihrem Leben die Dienste einer Prostituierten in Anspruch nehmen. Es wird aber nur in Ausnahmefällen offen darüber gesprochen. Die "Unsichtbarmachung" der Freier korrespondiert immer noch mit der der Prostituierten. Das Ganze wird noch durch eine vorurteilsbeladene Berichterstattung der Medien gefördert. Freiertum wird hier einerseits als Recht der Männer dargestellt. Andererseits werden die Freier entweder als alt, fett, hässlich, debil und einsam oder sexbesessen und machtgeil beschrieben. Wir schätzen, dass der Freieranteils an der sexuell aktiven männlichen Bevölkerung bei 20-30% liegt. Die Prostituiertenorganisation Hydra geht von einem Freieranteil von 75% aus.

Freier sind Männer aus allen Bevölkerungsschichten und allen Altersstufen, verheiratet wie unverheiratet. Sie werden also offensichtlich und fälschlicherweise als Randgruppe angesehen und ausgegrenzt.