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1. Woran erkenne ich Prostituierte, die von Menschenhandel betroffen sind?

Leider gibt es grundsätzlich keine Indikatoren für von Menschenhandel betroffene Frauen oder Männer, die eindeutig zur Klärung beitragen und wirklich hilfreich sind. Versuche diese in Checklisten zu fassen sind irreführend - da jeder der aufgeführten Punkte ein Hinweis auf Menschenhandel sein kann oder eben auch nicht. Leider ist dem so, auch wenn wir hier alle sicherlich den Wunsch nach Eindeutigkeit hegen.
Schüchternheit oder Verschrecktheit, blaue Flecke, geringe Deutschkenntnisse oder die Bezahlung an Dritte können, müssen aber nicht darauf hinweisen.

Achten Sie grundsätzlich darauf, wo sie hingehen. Wie sieht das Etablissement aus, wie wirkt es auf Sie? Wird dort safe gearbeitet? Wie sehen die Frauen aus? Wie bewegen sie sich, wie wird gearbeitet? Wie ist insgesamt die Atmosphäre? Vertrauen Sie Ihren eigenen Gefühlen, wenn Ihnen etwas komisch oder seltsam vorkommt.


2. Was kann ich dann tun, wie kann ich sinnvoll helfen? An wen kann ich mich wenden?
Wenn Ihnen ein Etablissement seltsam vorkommt, rufen Sie eine Prostituiertenberatungsstelle (siehe Links unter Prostitution) in Ihrer Umgebung an und berichten Sie. Über die aufsuchende Arbeit der Beratungsstelle kann dem nachgegangen werden. Manchmal fügen sich auch Sachverhalte über Anrufe mehrerer Kunden, dass kann wichtig sein.

Sprechen Sie die Frauen, bei denen Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, direkt an. Versuchen Sie mit Ihnen in Kontakt zu kommen. Geben Sie den Frauen die Telefonnummern von einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe, die die Frauen dann selbst kontaktieren können.

Wenn Sie eine Frau um Hilfe bittet, reagieren Sie! Fragen Sie sie wie Sie ihr helfen können.
Rufen Sie in jedem Fall eine Beratungsstelle in Ihrer Umgebung an, geben Sie dort Bescheid oder rufen Sie gegebenenfalls die Polizei an.
Wenn eine betroffene Frau Sie darum bittet, die Polizei einzuschalten - reagieren Sie sofort! Rufen Sie die Polizei an!

Spielen Sie nicht den Helden.

Der Anruf bei der Beratungsstelle wie bei der Polizei kann anonym gemacht werden. Bedenken Sie jedoch, dass häufig Nachfragen in Ermittlungsfällen notwendig sind, für die sie dann nicht mehr zur Verfügung stehen und eine sehr Aussage für die betroffene Frau hilfreich sein kann.

Sollten Sie sich zu einer Anzeige oder Zeugenaussage entschließen, können Sie auch die Adresse Ihres Büros angeben.

Bedenken Sie bitte immer, dass für Sie die Situation der Frauen nicht leicht einzuschätzen ist. Sie können sich, so die Erfahrungswerte, leicht irren. Was Ihnen unter Umständen als Zwangslage erscheint, bewertet die Prostituierte möglicherweise ganz anders oder umgekehrt. Und wenn Sie zum Hörer greifen, um einen aus Ihrer Sicht hilfreichen und rettenden Polizeieinsatz zu veranlassen, so versteht das eine Frau unter Umständen als aggressive Razzia, bei der sie "ausgehoben" und massiv unter Druck gesetzt werden soll. Um die Situation der Frauen zu beurteilen, ist es einfacher eine Beratungsstelle einzuschalten.

Kontakte und Links

Die unter Prostitution aufgeführten Kontakte und Links umfassen sämtliche Beratungsstellen, die von und mit Prostituierten arbeiten und eine akzeptierende Haltung gegenüber die Kunden an den Tag legen. Sie können diese gerne anrufen oder ihnen mailen.

Oder sich an die Beratungsstellen wenden, die ausschließlich Opfer von Menschenhandel beraten, eine Übersicht finden Sie unter: www.kok-potsdam.de und www.context-cps.de. Diese Seite befindet sich im Aufbau und wird ab Anfang Oktober umfassend in das Netz gestellt.
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